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Anfang Oktober haben Alper und ich eine ganze Woche bei seiner Oma in Istanbul verbracht. Wie üblich wusste ich nicht so genau was ich eigentlich einpacken soll. Anfang Oktober ist es in Norddeutschland schon recht kühl und unbeständig und mein iPhone schwafelte was von etwa 20°C in Istanbul. Um kein Risiko einzugehen habe ich einfach mal viel zu viel eingepackt nur um gleich nach der Landung festzustellen, dass es gut 30°C  und eine Luftfeuchtigkeit von 89% hat. Was ich natürlich nicht eingepackt hab waren Sommerklamotten. Naja, schwitzen soll ja gesund sein. Als wir uns erstmal durch den chaotischen Flughafen gewurschtelt hatten bestiegen wir unseren Mietwagen, um nur wenige Minuten später am eigenen Leib zu erfahren was eine Nahtoderfahrung ist. Der Istanbuler Verkehr ist eine einzige Nahtoderfahrung. Deshalb haben wir uns nach zwei Tagen und einer interessanten Polizeibegegnung entschieden das Mietauto früher zurückzugeben und auf den Metrobus umzusteigen. “Normale” Touristen wohnen ja eher im Zentrum und nahe an den Sehenswürdigkeiten, denn da sind auch die meisten Hotels angesiedelt. Wenn man natürlich bei Verwandten wohnt, dann muss man in Kauf nehmen erstmal 90-120 Minuten (das ist kein Tippfehler!) in einem oder mehreren heißen, vollgestopfen Bus durch die Gegend zu gurken bevor man überhaupt etwas sieht. Und abends natürlich die ganze Strecke wieder zurück. Aber alles war besser als der grauenhafte Autoverkehr.

Wir haben viele schöne Stunden mit Alpers Oma verbracht, gemeinsam gegessen und gelacht und uns trotz Sprachbarriere gut unterhalten (mein Türkisch hält sich leider immer noch in Grenzen). Und wir haben zusammen Fotos von unseren haarlosen Sphynxkatzen am Laptop geschaut. Und wenn sich Alper’s Oma zu dem Zeitpunkt noch nicht gedacht hat, dass ich völlig durchgeknallt bin, dann war es spätestens soweit als ich eines abends völlig übermüdet Nagellackentferner und Augen-Makeup-Entferner vertauscht und laut losgeschrien hab. Definitiv noch ein Nahtoderlebnis nach dem Straßenverkehr!

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Am ersten Tag Sightseeing waren wir in der blauen Moschee und Hagia Sophia. Ich muss ja sagen, ich bin besessen von der Hagia Sophia. Während die blaue Moschee immer noch in Betrieb ist, ist die Hagia Sophia heute ein Museum. Man muss vielleicht ein wenig warten bis man rein kann und Eintritt zahlen, aber das ist jeden Cent wert. Früher eine Kirche, dann eine Moschee vereint es Elemente aus dem Christentum und dem Islam in einem beeindruckenden Gebäude. Und erst diese vielen Lichter und Fenster überall. Ich hab ja gehört, man könne (wenn man im Lotto gewinnt wahrscheinlich) die Hagia Sophia für Events mieten und schon sah ich mich in einem Brautkleid über den Marmorboden schweben und das Ja-Wort in diesem Lichtermeer hauchen. Aber da schoben mich auch schon die Touristenmassen an und ich wurde aus meinen zauberhaften Tagträumen gerissen.

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Nach einem kurzen Snack ging es weiter zum Kapalicarsi, einem riesengroßen überdachten Markt. In gefühlt tausend kleinen Gässchen kann man ewig rumlaufen und wirklich alles kaufen. Man wird regelrecht von Farben, Formen, Gerüchen und Eindrücken überwältigt. Und weil das noch nicht genug war ging es direkt danach noch zu einem kleineren (aber immer noch großen) Gewürzmarkt namens Yesilköy.

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Tags darauf ging es erstmals zum ausgiebigen Shopping auf einen Markt, der immer mittwochs nahe des Flughafens stattfindet. Das lief aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit ab und so musste die Kamera zu Hause bleiben. Mit all den vollgestopften Tüten in der einen Hand und dem vielen leckeren Essen in der andren wäre es ohnehin kaum möglich gewesen noch Fotos zu machen.

Am nächsten Tag ging es nach Ortaköy, das Viertel am Fuße der berühmten Bosporusbrücke. Von da aus hat man nicht nur den besten Blick auf die Brücke, die Europa und Asien verbindet, sondern man kann wunderbar flanieren, Kaffee trinken, Shisha rauchen und einfach mal ein wenig chillen. Wir haben auch eine kleine Bootstour gemacht und vom Wasser aus hat man nochmal einen anderen Blick auf Istanbul und wann fährt man sonst schon zwischen zwei Kontinenten hin und her. Wenn es nacht wird in Ortaköy wird die Bosporusbrücke noch interessanter, denn sie blinkt und leuchtet in allen nur erdenklichen Farben. Am Rückweg zum Bus machten wir Halt bei einem der vielen Stände, an denen man Kumpir kaufen kann. Kumpir ist quasi eine riesengroße Kartoffel, dessen Inneres erstmal zu Brei geschlagen wird und dann mit Käse und allen möglichen Zutaten belegt wird. Es war zwar lecker, aber es war auch das letzte was ich in Istanbul gegessen habe. Ich möchte euch die Details ersparen, aber danach gab es nur noch Schwarztee und trockene Simit (Sesamkringel) für mich.

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Danach fiel ich erstmal zwei komplette Tage aus, in denen ich alle möglichen (und auch viele unmögliche) Zustände durchgemacht habe und hauptsächlich damit beschäftigt war jetzt bloß nicht abzukratzen. Als ich es wieder gewagt habe, das Haus zu verlassen war es bereits Samstag und wir beschlossen einen Ausflug nach Taksim zu machen – das wohl lebhafteste und lauteste Viertel Istanbuls. Man schlängelt zwischen Straßenkünstlern aller Art, Touristenmassen, Einheimischen, Geschäften und Bars entlang und dort fährt auch die berühmte alte Straßenbahn. Den Abend haben wir mit einem sehr netten Pärchen in einem coolen Lokal verbracht und über unser geplantes Shooting am folgenden Tag gesprochen (und ich bin sicherheitshalber bei Wasser und trockenem Brot geblieben!).

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Den letzten vollen Tag in Istanbul haben wir auf der asiatischen Seite verbracht und ich hatte das Vergnügen Nihal & Aziz zu fotografieren. Das volle Shooting könnt ihr hier nochmal sehen, ich zeige der Vollständigkeit wegen nur nochmal ein paar wenige Bilder an dieser Stelle. Den letzten Abend haben wir gemütlich bei den angeblichen besten Burgern ausklingen lassen (Wasser und Brot für mich, Wasser und Brot!).

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Und weil bewegte Bilder nochmal was andres sind als Fotos gibt’s hier noch das superschöne Video von Alper:

Istanbul Memories from Alper Tunc on Vimeo.

Ich wünsche all meinen Lesern wunderschöne Feiertage, viele Kekse und erholsame Stunden!
Eure Paola

PS: Der Gewinner des Gewinnspiels steht auch fest und wurde per E-Mail benachrichtigt! Herzlichen Glückwunsch!

Als ich von Hochzeitswahn gefragt wurde etwas zum diesjährigen DIY Adventkalender beizutragen habe ich natürlich keine Sekunde gezögert und mir etwas ganz besonders ausgedacht. Es war klar, dass es etwas aus der Küche sein muss, da nach dem Fotografieren das Backen meine zweite große Leidenschaft ist. Und so kam ich auf etwas zugleich stilvolles und leckeres: Champagner Cake Pops.

 

Zutaten für 30-40 Stück:
325g Butter
200g Zucker
4 Eier
300g Mehl
1 EL Backpulver
200ml Champagner (oder etwas mehr zum Trinken ;-) )
100g Frischkäse
150g Puderzucker
1 Vanilleschote
500g weiße Kuvertüre
3 EL Kokosfett
30-40 Holzstäbchen (oder Lollipop Sticks)

Und so wirds gemacht:

250g weiche Butter mit 200g Zucker mit dem Mixer cremig schlagen. 4 Eier nacheinander zufügen und gut mixen. 300g Mehl mit 1 EL Backpulver vermengen, auf die Buttermasse sieben und gut durchrühren. Zum Schluss 150ml Champagner hinzugießen und kurz unterrühren. Eine Kuchenform einfetten, Teig einfüllen und im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 40 Minuten backen. Kuchen komplett auskühlen lassen.

 

75g weiche Butter mit 100g Frischkäse cremig mixen. 150g Puderzucker, 50ml Champagner und Inhalt einer Vanilleschote unterrühren.

Nun wird der gute Kuchen wieder zerstört: erstmal die dunklen Stellen und Ränder wegschneiden und dann den restlichen Kuchen in eine große Schüssel krümeln.

Kuchenkrümel mit dem Frosting aus Butter und Frischkäse vermischen und mit den Händen richtig durchkneten. Aus der klebrigen Kuchenmasse Kugeln formen (dabei immer schön ein Schlückchen Champagner nehmen – da rollt es sich einfacher) und mindestens 1 Stunde kalt stellen. Je nachdem wie groß ihr eure Kugeln rollt entstehen 30-40 Stück.


500g weiße Kuvertüre mit 3 EL Kokosfett im Wasserbad schmelzen.

Einen Holzspieß in die gekühlten Kugeln stecken und die Cake Pops in die Kuvertüre tauchen bis alles bedeckt ist. Die Kugeln solange nach unten halten bis keine Kuvertüre mehr abtropft, danach die Spieße in ein Gefäß stellen oder in ein Stück Styropor stecken und trocknen lassen.

Man kann nach Belieben einen Teil der Kuvertüre auch mit Lebensmittelfarbe einfärben und so bunte Cake Pops machen oder die Cake Pops mit Zuckerschrift oder Streusel dekorieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.


Die edlen Champagner Cake Pops eignen sich hervorragend für die Candy Bar bei der Hochzeit oder einzeln hübsch verpackt als Gastgeschenke für die Hochzeitsgäste. Aber auch als Dessert zum Weihnachtsmenü oder als kleine Geschenke für die Liebsten sind diese Cake Pops bestens geeignet.

Sie schmecken am besten wenn sie 1-2 Tage durchgezogen sind und sind so gut für Events vorzubereiten.


Wer jetzt Angst hat, die Cake Pops würden zu sehr nach Alkohol schmecken, den kann ich beruhigen: die kleinen Küchlein haben nur einen sehr dezenten aber auch sehr leckeren Champagner Geschmack. Man kann also nach dem Verzehr von so einem süßen Teilchen immernoch ohne Hilfe geradeaus gehen. Wer aber keinen Alkohol mag oder Cake Pops für Kinder machen möchte, der kann den Champagner natürlich auch einfach weglassen.

Letztes Weihnachten habe ich ja schon mein Rezept für Peanut Cookies mit euch geteilt und dieses Jahr eben Cake Pops – ich glaube, das wird zur Tradition. Nächstes Weichnachten wird es also wieder etwas selbstgemachtes aus meiner  Küche auf  meinem Blog geben.


Viel Spaß und frohe Feiertage,

eure Paola

Ich kann gar nicht glauben, dass die Sommer- und somit die Hochsaison für uns Hochzeitsfotografen schon wieder vorbei ist.
“IT’S A WRAP” wie die Amerikaner so schön sagen.

Was viele vielleicht nicht wissen: Sommer 2012 war meine allererste Saison als hauptberufliche Hochzeitsfotografin und auch der Einstieg in die Selbstständigkeit. Ich habe zuvor ein wenig Erfahrung als Second Shooter bei ganz tollen Hochzeitsfotografen in Wien gesammelt bevor ich mich entschlossen hab, mich selbstständig zu machen. Doch wie kam es überhaupt dazu? Manchmal passieren unvorhersehbare Dinge im Leben, die einem schlagartig vor Augen führen wie kostbar dieses eine Leben ist, dass wir geschenkt bekommen und dass man eben nicht noch Zeit hat (wie man immer denkt). Bei mir war es der Verlust der Sehkraft auf einem Auge, einhergehend mit einigen anderen, schwerwiegenden körperlichen Beschwerden. Solange ich denken kann war mein einziger Wunsch immer Fotografin zu werden und wenn man dann plötzlich auf einem Aug nichts mehr sieht wird einem klar, dass man vielleicht doch nicht ewig warten sollte sein Leben endlich in die Hand zu nehmen.

Erschwerend kam das leidige Thema “Meisterpflicht in Österreich” noch hinzu, was es mir fast unmöglich gemacht hat, mich in meiner Heimat selbstständig zu machen und so habe ich auch noch alle Zelte in Wien abgebrochen und den großen Schritt in ein ganz neues Leben gewagt, in einem neuen Land und in die Selbstständigkeit.

Doch außer dem Umzug von Wien nach Norddeutschland gabe es noch andere Startschwierigkeiten, die die Erfüllung meines Traums in den Schatten gestellt haben. Gleich zwei meiner engsten Angehörigen, meine Oma und meine Mama, sind binnen kürzester Zeit verstorben und die Zeiten waren wirklich schwer.

Trotzdem habe ich gekämpft und hart dafür gearbeitet, dass es funktioniert. Ich wollte es einfach so sehr und auch wenn ich oft dachte, dass das Schicksal gegen mich arbeitet habe ich nie aufgegeben. Retrospektiv betrachtet frage ich mich manchmal, wie ich das überhaupt alles geschafft habe. Aber bevor ich euch jetzt mit meiner ganzen Lebensgeschichte zuschwafel, kommen wir einfach zu den “Hard Facts” die ich im Laufe dieser, meiner ersten Saison gesammelt habe:

*) Ich habe 20 Hochzeiten begleitet und eine geplante Hochzeit ist kurzfristig geplatzt und hat nicht stattgefunden.
*) Neben Kiel, Hamburg und den umliegenden Orten war ich auch noch in Plön, Eckernförde, Lüneburg, Rostock, Kassel, Göttingen, Wien, Linz und Salzburg für diese Hochzeiten.
*) Ich habe ingsgesamt für diese Hochzeiten ca. 4.050 km im Auto zurückgelegt und bin zusammen gerechnet 19 Stunden im Stau gestanden (diese A7 will mich fertig machen!!!)
*) Nach diesen 19 Stunden habe ich etwas praktisches, umweltfreundliches und staufreies entdeckt und bin auf die Bahn umgestiegen, mit dieser habe ich nochmal 800km zurückgelegt.
*) Da einige Hochzeiten weiter weg waren, bin ich ganze 8.000 km mit dem Flugzeug durch die Gegend geflogen und habe 13 Stunden mit Warten auf Flughäfen (Flugverspätungen inklusive) verbracht.
*) Nur für diese Hochzeiten habe ich 18 Nächte in fremden Betten geschlafen, davon in 9 unterschiedlichen Hotels.
*) Ich habe gefühlte 27.398 Stunden in meinem Büro verbracht und mich um die Nachbearbeitung der Bilder, E-Mails, Website, Blog, Kunden, Steuerkram, Buchaltung und vieles vieles mehr gekümmert. Ich will lieber nicht ausrechnen, wieviele Stunden es tatsächlich waren. Es gibt auch Dinge, die will ich gar nicht wissen.
*) Wenn ich jedesmal einen Euro bekommen hätte für die Aussage “Sie haben aber einen schönen Beruf, sie arbeiten nur samstags” oder “Ihre Kamera macht aber schöne Bilder”, dann hätte ich jetzt geschätzt warhscheinlich so um die 75 Euro.
*) Meine Arbeit wurde 16 Mal auf 8 verschiedenen Hochzeitsblogs gefeatured und wird einmal im neuem Hochzeitswahn Buch abgedruckt (welches am 20. Dezember erscheint. YAY!!!).
*) Zusammen mit Leonie und meiner besseren Hälfte Alper haben wir nach dem Vorbild anderer deutscher Städte das Hamburg Wedding Meetup ins Leben gerufen und bereits zwei Treffen organisiert.

WOW! Wenn ich das so betrachte, hat es sich definitiv gelohnt nicht locker zu lassen und niemals aufzugeben.

Neben den Hochzeiten gab es natürlich noch Verlobungsshootings, das ein oder andere Portraitshooting und auch mal ein Baby- oder Familienshooting. Außerdem habe ich im Oktober meinen ersten Workshop zum Thema Portraitfotografie gegeben. Und es gab noch soooo viel mehr: ein Überraschungsantrag im norddeutschen Regen, eine Hochzeit mit Pferd, ein Hochzeitspaar mit Lichtschwertern – um nur einige der zahlreichen Highlights zu nennen. Aufmerksame Blogleser konnten das natürlich alles verfolgen und sind bestens informiert ;-)

Heißt das, dass ihr in der Wintersaison ohne meine Blogeinträge und Bilder auskommen müsst? Nein, das heißt es nicht! Ich habe noch ein bisschen Material, dass ich euch zeigen möchte, es steht auch noch eine Winterhochzeit an und sonst spamme ich euch einfach mit etwas privaten Kram zu. Aber es wird definitiv etwas ruhiger werden in den nächsten Wochen.

An dieser Stelle möchte ich mich auch nochmal bei allen bedanken, die immer an mich und meine Träume geglaubt haben, die mich unterstützt haben und immer für mich da waren. Danke an alle Blog-Schreiber da draußen, die meine Arbeit gut fanden und darüber berichtet haben. Danke an Familie und Freunde, die Verständnis dafür haben, dass man als Hochzeitsfotograf von Mai bis Oktober kein soziales Leben und am Wochenende erst recht keine Zeit hat. Und natürlich Danke an alle Brautpaare, die mich an einem der wichtigsten Tage ihres Lebens teilhaben ließen. DANKE!!!

Heute ist ein ganz besonderer Tag… denn heute hat Fidel Castro Geburtstag. Und ich wurde auch tatsächlich heute auch schon mit dem Diktator verglichen. Aber jetzt mal Spaß beiseite, heute ist tatsächlich  mein 30. Geburtstag.

Oh Schreck, oh Schreck, die 2 ist weg… Hurra, hurra, die 4 ist noch nicht da!

Lange habe ich überlegt welch hochtrabende und vielleicht philosophischen Worte ich zum heutigen Tage schreiben könnte. Wochenlang. Ich habe versucht zu analysieren warum der 30. Geburtstag so angsteinflößend ist und ob er weh tut. Meinen Recherchen zufolge ist es nicht sooo schmerzhaft diese Grenze zu überschreiten wie ich mir das vorgestellt habe. Naja, seit heute weiß ich es ja selbst und kann aus Erfahrung sagen, es war nicht so schlimm wie ich dachte. Aber doch schlimm. Ein wenig. Ich versuche mich mit dem Gedanken zu beruhigen, dass ich – wenn wir in der Steinzeit wären – die allgemeine Lebenserwartung schon längst überschritten hätte.

Ursprünglich wollte ich ein paar Zeilen über mein bisheriges Leben schreiben, aber dabei ist mir aufgefallen dass in 30 Lebensjahren doch eine ganze Menge passiert und das wohl den Rahmen sprengen würde. Und wen interessiert schon, dass ich ein hässliches Baby war? Glaubt ihr nicht? Ich sah aus wie das Baby vom Michelin Männchen. Meine Mama hat mir aber mehrfach versichtert, dass das Michelin Männchen nichts mit meiner Zeugung zu tun hatte. Geboren wurde ich übrigens an einem Freitag, den 13. Ich hab mich sogar eine ganze Woche verspätet, um ja an diesem Datum auf die Welt zu kommen.

Mit 9 Jahren habe ich mir übrigens vorgestellt, dass ich mit 30 Jahren Grundschullehrerin bin. Mit 15 Jahren dachte ich, dass man mit 30 im Reihenhaus wohnt, einen Kombi fährt und 1,8 Kinder hat (und musste dabei den Würgereflex unterdrücken und mir als Protest die Haare mal wieder in einer anderen Knallfarbe färben). Mit 27 fing ich an, mich zu fragen, ob ich denn mit 30 wenigstens verheiratet sein werde (für die Akten: es glänzt noch kein Ring an meinem Finger, aber ich arbeite daran ;-) )

Der Wunsch Fotografin zu werden entstand übrigens mit 14, ich war von Fotos geradezu fasziniert und angefangen analog zu fotografieren und in der schuleigenen Dunkelkammer zu entwickeln und vergrößern. Leider hatte ich nie eine eigene Spiegelreflexkamera, ich konnte mir aber eine ausleihen. Nach vielen ups und downs, die das Leben so mit sich bringen und viele viele (VIELE) Jahre später ist dieser Traum endlich in Erfüllung gegangen und ich kann von der Fotografie leben. Dafür habe ich viel gegeben, gekämpft und riskiert, aber es hat sich definitiv gelohnt.

Und bevor ich euch jetzt mit weiteren Details aus meinem Leben langweile, zeige ich euch einfach ein paar Bilder. Denn heute ist mein 30. Geburtstag und daher geht es einfach mal nur um MICH. Und ich halte es jetzt einfach mal nach dem Motto “When I get old, I stop getting old and be awesome instead. True story.” In diesem Sinne: HAPPY BIRTHDAY TO ME.

An dieser Stelle noch vielen Dank an meine bessere Hälfte Alper, der diese wunderbaren Fotos in der Hamburger Speicherstadt für mich gemacht hat. Er unterstützt mich auch bei all meinen Vorhaben und ohne ihn wäre ich heute nicht wo ich bin. Außerdem hat er meine gesamte Prä-30er-Krise mit mir durchgestanden und das war wirklich nicht immer leicht. Der Mann hat Nerven wie Drahtseile. Danke für das alles und noch viel mehr.